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Gesund für immer? Diese 7 Dinge machen Krankheit (fast) unmöglich

Das Wichtigste in Kürze:

  • Gesundheit ist immer ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. Daher ist es unbedingt empfehlenswert, die eigene Gesundheit auf mehreren Säulen “in Angriff” zu nehmen, um einen möglichst großen Synergie-Effekte nutzen zu können.

  • Wir empfehlen, die “großen” Themen, anstatt kleine Details im Optimierungswahn zu betrachten. Die wichtigsten Säulen machen dabei die Ernährung, Bewegung und Schlaf, eine gesunde Psyche und gesunde Beziehungen, sowie eine “artgerechte” Umgebung aus, in der das Immunsystem robust wirken kann.

  • Gene sind laut aktueller Erkenntnisse anscheinend nur zu einem geringen Teil für Gesundheit und Krankheit verantwortlich. Die meisten Dinge können wir selbst in die Hand nehmen und tatsächlich damit selbst unsere Gesundheit unmittelbar beeinflussen. Wie das konkret am besten und schnellsten funktioniert, ist Inhalt dieses Artikels.


Was bedeutet es eigentlich gesund zu sein?

Ich möchte nicht zu sehr auf den Putz hauen. Doch vielleicht ist dies einer der wichtigsten Artikel, welchen Sie je gelesen haben. Denn haben Sie sich schon einmal die Grundsatzfrage für Ihr Leben überhaupt gestellt? 

Was bedeutet es eigentlich gesund zu sein? 

Ist das nicht die Königsfrage überhaupt? Stellen Sie sich vor, Sie würden annähernd genau wissen, was Sie zu tun hätten, um nie wieder in die Falle von Krankheiten und körperlichen Schwächephasen zu treten.

Wahrscheinlich wissen Sie genauso gut wie ich, dass diese Vorstellung im Jahre 2022 (noch) eine Illusion ist. Denn auch wenn es uns so manche Experten, Mediziner oder “geheime” Methode weismachen möchte – niemand kann die Frage, was Gesundheit zu 100 % ausmacht und wie sie zu erreichen ist komplett beantworten.

Wahrscheinlich werden Sie und ich auch in den kommenden Jahren mal wieder einen Schnupfen haben oder Tage, an denen wir uns nicht wie eine Superheldin oder Superheld fühlen. Wahrscheinlich haben wir dieses gesundheitliche Überraschungspaket mit unserer Geburt dazu gebucht. 

Allerdings sind wir nicht nur von unserem Schicksal oder unseren Genen abhängig. 

Viele Forscher sind der Ansicht, dass Gene nur zu einem Teil unsere körperlichen Umstände ausmachen. Das bedeutet natürlich auch, dass der Großteil Resultat unseres Lebensstils und unserer “Umgebung” ist. Und diese können wir durchaus beeinflussen. 

Denn das Ziel sollte es doch sein, so lange wie möglich, so gesund wie möglich zu leben, damit wir uns nicht um unsere Gesundheit sorgen müssen oder uns gar Monate oder jahrelang energielos und krank fühlen und das Leben dadurch weniger lebenswert erscheint. 

Doch bevor ich Ihnen dazu handfeste Erkenntnisse liefere, noch ein Wort zur “perfekten” Gesundheit. Denn seien wir ehrlich, die perfekte Gesundheit gibt es nicht.

Woran dies liegt? Nun, wir Menschen sind nun einmal unterschiedlich. Etwas, was für den einen Menschen richtig ist, kann für den anderen schon wieder Gift sein. Der menschliche Körper strebt mit seinen Milliarden an Zellen immer nach Homöostase, nach Gleichgewicht.

Doch da in und um uns herum verschiedenste körperliche, emotionale und psychische Zustände mit unterschiedlichsten Geschichten wirken, funktioniert auch nicht jede Gesundheitsstrategie für jeden Menschen gleich gut. 

Es gibt keinen perfekten Bauplan und schon gar nicht – gibt es die perfekte Gesundheit. Genau aus diesem Grund ist es vielmehr eine Kunst, gesund zu sein. Diese Kunst ist das Eintauchen in bewährte Gesundheitsmuster, welche es gilt, mit der eigenen Person und den eigenen Herausforderungen zu verbinden.

Und um die große Frage, wie Sie das genau bewerkstelligen, soll es in den folgenden Zeilen gehen.


Gesundheit bedeutet: vom Ganzen zum Detail

Allerdings gibt es bei aller Vorsicht auch eine gute Nachricht. In den letzten Jahrzehnten hat die Wissenschaft eindeutige Prinzipien herausgefunden. Prinzipien, die grundsätzlich dafür gelten, uns gesünder zu machen. Denn dass Wasser gesünder als Vodka ist oder Bewegung an der frischen Luft den Zellen mehr dient als stickige Büroluft, sollte jedem wohlbekannt sein.

Aber was ist unser Problem heutzutage? Wir verlieren uns in den Details. Wir lesen ein Gesundheitsbuch nach dem anderen, schauen ein YouTube-Video nach dem nächsten und sind am Ende verwirrter als vorher. Doch sind wir auch gesünder?

Wohl kaum, wenn man die Zahlen der chronischen Erkrankungen betrachtet. Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland über 65 bezeichnet sich laut einer Statistik des RKIs als chronisch krank.

Ich möchte es Ihnen in diesem Artikel einfach machen. Ich möchte Ihnen die wichtigsten Bereiche eines gesunden Lebens vorstellen und Ihnen die wichtigsten Erkenntnisse erklären, die mittlerweile eindeutig als “gesund” gelten.

Meine Einladung: Versuchen Sie doch einfach mal in den nächsten Wochen diese einfachen Dinge umzusetzen. Denn es bringt eintausend Mal mehr, diese einfachen Strategien täglich in den Alltag zu integrieren, als die komplizierten Gesundheitstipps dieser Welt lediglich im Kopf “durchzudenken”. 

Vermutlich können diese Tipps (und deren Anwendung) Ihre gesundheitliche Lage sogar revolutionieren und drastisch verbessern. Meinen Sie nicht auch, dass dies einen Versuch wert wäre? Legen wir also los.


1. Gesunde Ernährung: Es gibt sie tatsächlich?

Über das Thema Ernährung wurden wahrscheinlich schon mehr Bücher verfasst, als dass der Papst in der Menschheitsgeschichte andere gesegnet hat. Ich werde also nicht den Versuch unternehmen, Ihnen eine gewisse Ernährungsrichtung “ans Herz zu legen”. Allerdings gibt es einige Grundsätze, welche unbestritten als gesundheitlich enorm vorteilhaft gelten. Allein diese Dinge umzusetzen, kann bereits einen großen Schritt bedeuten. 

a) Natürliche Nahrung essen

In einer Welt, in der die Versorgung immer industrieller wird, nehmen Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker und künstliche Aromen immer mehr zu. Diese Dinge tun dem menschlichen Körper oft nicht gut. 

Sie können Allergien auslösen, Verdauungsprobleme entfachen und unsere Zellen schwächen. Was ist daher zu empfehlen? Nehmen Sie so viel natürliche Nahrung wie möglich zu sich. Das gilt insbesondere für pflanzlich-natürliche Nahrung.

Wie sie natürliche Nahrung erkennen? Sie ist meistens unverpackt, am besten nicht weiterverarbeitet und benötigt keine Zutatenliste. Und falls doch, steht auf der Zutatenliste nur der alleinige Inhaltsstoff drauf. Gemüse ist in der Regel komplett zu empfehlen. Ausnahmen bei bestimmten Sorten gelten hier natürlich für Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten.

b) Magen- und darmfreundlich essen

Die Schaltzentrale, welche für eine gesunde Nahrungsaufnahme sorgt, ist der Magen und der Darm. Im Magen wird die Nahrung durch die Magensäure zersetzt. Von daher sollten Sie auf eine ausreichende Magensäureproduktion achten.

Zu viel Magensäure, aber auch zu wenig Magensäure ist auf Dauer nicht gut und sollte vermieden werden, dann dies kann zu Irritationen bis hin zu Entzündungen der Magenschleimschleimhaut führen.

Der Darm nimmt unangefochten die Schlüsselrolle bei unserer Ernährung ein. Denn hier wird schließlich die Materie in “Bausubstanz” und Nährstoff für unsere Zellen verwandelt.

Verantwortlich dafür sind unsere Darmbakterien. Wir besitzen nicht nur ca. 10-mal mehr Bakterien in unserem Körper als Körperzellen, die Darmbakterien stellen auch ungefähr 70 % unseres Immunsystems sicher. 

Wenn wir gesund sein wollen, benötigen wir ein fittes Immunsystem. Und dabei wird die Rolle der Darmbakterien noch immer massiv unterschätzt.

Es gibt dabei gute und weniger gute Darmbakterien. Um hier den Zusammenhang zu sehen, gibt es folgende Erkenntnisse um den Darm zu stärken, die mittlerweile als gesichert anzusehen sind:

  • Natürliche Präbiotika gelten als Futter für die guten Darmbakterien. Dies sind vor allem ballaststoffreiche Gemüsearten, wie Süßkartoffeln, Blattgrün, Wurzelgemüse
  • Probiotika, welche den Darm direkt mit “guten” Bakterien versorgen können. Beispiel: Sauerkraut, Kimchi oder Kefir. 
  • Industrieller Zucker und künstliche Zusatzstoffe können die Darmbakterien immens schädigen, da diese laut Untersuchungen die “schlechten” Darmbakterien füttern können und “gute” anscheinend reduzieren
  • Speiseöle, die viel Omega-6 enthalten, sollten sehr reduziert zu sich genommen werden, da diese zu Entzündungen im Darmbereich führen können. Die größten Verdächtigen: Sonnenblumenöl und Rapsöl
  • Um der Magensäure etwas Gutes zu tun, sollten Sie vor allem ausreichend kauen und Nahrung in stressfreien Momenten genießen. Denn Stress verhindert die Produktion von Magensäure massiv und gilt als eines der größten Probleme unserer Zeit.

Zusammengefasst:

Essen Sie hauptsächlich Gemüse und unverarbeitete Lebensmittel. Diese liefern gut verdauliche Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine. Darüber hinaus liefern diese “gutes” Futter für die so wichtigen “guten” Darmbakterien. 

Künstliche Nahrungsmittel, ungesunde Transfette, Industriezucker und einfache Kohlenhydrate, zu viele Speiseöle und auch das heutige Übermaß an tierischen Fetten und Proteinen bewirken laut heutiger Sicht das Gegenteil. Reduzieren Sie diesen Anteil gern so weit es geht.


2. Gesunde Bewegung und guter Schlaf

Machen wir es einfach: Wir Menschen sind seit unserer Entstehung an Bewegung und Aktivität gewöhnt und auch dafür designed worden. Denn Bewegung bedeutet, dass unsere Verbrennungsmotoren angeschmissen werden und unseren Körper auf gesunde Art und Weise fördern. 

Kalorien werden verbrannt, das Herz-Kreislauf-System und die Lymphe werden in Bewegung gebracht. Und vor allem die Mitochondrien, das sind die Energiekraftwerke in unseren Zellen, werden laut Studien massiv dazu angeregt, mehr Energie zu produzieren.

Wenn wir also in die Natur schauen, sehen wir den intelligenten Kreislauf des Lebens. Er besteht aus Phasen der Aktivität und der “Verbrennung” und aus Phasen der Regeneration und des Schlafes. All unsere Hormone – insbesondere das Wachhormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin – sind darauf abgestimmt.

Aber was ist unser heutiges Problem? Dieser Kreislauf ist massiv durcheinander geraten. Wir bewegen uns immer weniger. 

Sitzen am Computer wird mittlerweile schon als das “neue Rauchen” bezeichnet. Wir essen zu viele Kalorien, ohne dass diese vielen Kalorien durch Bewegung verbrannt werden und echter Energiebedarf besteht. Und das führt dann eben dazu, dass Herz-Kreislauf-Probleme und andere gesundheitlichen Symptome stark zu nehmen.

Und es führt dazu, dass wir nachts nicht mehr wohlig müde in den Schlaf fallen. Digitale Reize, stressige Gedanken und zu viel Licht verhindern nicht nur den Schlaf, sondern auch die Melatoninproduktion in der Nacht.

Meine Einladung: Kehren Sie so weit wie möglich zum ursprünglichen Kreislauf aus Aktivität und Erholung zurück. Das können Sie konkret machen:

  • Bewegen Sie sich so oft wie möglich. Sport, Spaziergänge und sanfte Körperübungen wie Yoga, Tai Chi oder etwas nach Ihrem Gusto
  • Reduzieren Sie Sitzen und das Arbeiten vor dem Computer auf ein Minimum. Dies erscheint in der heutigen Zeit eine harte Forderung zu sein. Allerdings pfeift unser Körper auf zellulärer Basis ebenso auf unsere neuen Arbeitsgewohnheiten der letzten 20 Jahre, wenn es um Gesundheit geht
  • Reduzieren Sie vor allem den digitalen Konsum einige Stunden vor dem Schlafen gehen
  • Bitte keine stressigen Gespräche oder Nachrichten und gruselige Filme mehr in den späten Abendstunden
  • Machen Sie Ihr Schlafzimmer so dunkel und geräuscharm wie möglich

3. Die gesunde Psyche

Ihre Psyche ist als Zusammenspiel aus Ihrer Gehirnchemie und Ihrer Geisteshaltung zu verstehen. Wir könnten auch sagen: Die Psyche ist ein Generator von Stress oder Entspannung.

Ich möchte Ihnen den Zusammenhang ganzheitlich erklären: Jeder Organismus auf diesem Planeten kann mit akutem Stress umgehen. Unser Problem heutzutage ist aber der chronische Stress. Denn wenn Stress lange aufrecht gehalten wird, werden auch die Stresshormone Adrenalin und Cortisol dauerbefeuert.

Dadurch funktioniert der Körper die ganze Zeit im Überlebensmodus und zerrt buchstäblich seine Ressourcen auf. Der Blutkreislauf fährt dauernd Achterbahn, die Verdauung wird unterbrochen (Stichwort Magensäure!) und unser Gehirn hat ebenfalls mächtig Stress. Dafür sorgen die messbaren Beta-Wellen im Gehirn. Diese suggerieren uns, dass wir ständig von einem Säbelzahntiger verfolgt werden. Selbst wenn wir nur “eigentlich entspannt” im eigenen Wohnzimmer sitzen.

Körperliche Ausnahmesituationen erzeugen heutzutage nur noch wenig chronischen Stress. Was dafür aber extrem viel chronischen Stress erzeugen können, sind unsere Gedanken und Glaubenssätze. Kleiner Beweis fällig?

Denken Sie nur kurz daran, wie es wäre, wenn Sie Ihre nächste Rechnung nicht bezahlen könnten oder einer Ihrer liebsten Menschen sich morgen von Ihnen abwenden würden. Diese Gedanken und Gefühle würden sehr schnell sehr viel Stress erzeugen, welche körperlich fühlbar wären. Nicht umsonst heißt es, “etwas mache einem Bauchschmerzen oder zerbricht einem den Kopf”.

Jetzt das Problem: Die meisten Menschen habe es sich angewöhnt, sorgenvolle und stressige Gedanken oder eine destruktive Geisteshaltung zu entwickeln und sind deshalb im Dauerstress. Experten gehen davon aus, dass 90 % von dem, was wir denken, das Gleiche ist, was wir gestern gedacht haben. Und dass diese Dinge noch nicht einmal wahr sind, sondern lediglich Sorgen und “Stress-Gedanken” an die Zukunft sind. 

Überspitzt gesagt bedeutet das: Wir haben uns angewöhnt, uns krank zu denken.

Wie Sie aus der Falle herauskommen? Mit Achtsamkeit und der Überprüfung Ihrer Gedanken! Ist der stressige Gedanke, den Sie denken, wirklich wahr? Oder ist er nur das schlimmstmögliche Szenario neben vielen anderen, viel schöneren Optionen?

Bessere Gedanken (und weniger Stress und mehr Gesundheit) werden dann wahrscheinlicher, wenn Ihre Geisteshaltung Sie gar nicht erst auf den Trichter bringt.

Anstatt sich als Spielball dieser Welt zu sehen, ergibt es für Ihre Gesundheit Sinn ab sofort folgende Sachen zu glauben:

  • Ich bin nicht das Opfer meiner Umstände, sondern habe die Kraft, Dinge zu beeinflussen und diese zu verändern
  • Mein Problem heute wird in einem Jahr gar nicht mehr wichtig sein
  • Ich habe das Recht mein Leben zu genießen und das zu tun, was ich möchte
  • Ich darf Nein sagen und muss es nicht allen recht machen
  • Ich fokussiere mich auf positive Dinge und nicht auf das, was schieflaufen kann

4. Die gesunde toxinfreie Umgebung

Unser Körper ist ein fantastischer Filterapparat. Toxine, also Umweltgifte, werden permanent durch ihn neutralisiert. Das größte Problem ist allerdings, dass wir mittlerweile in einem Meer aus Toxinen leben. Und diese gilt es schlichtweg so gut wie möglich zu vermeiden.

Tun Sie dafür vor allem das:

  • So wenig Alkohol wie möglich. Alkohol ist pures Zellgift und aufgrund der sozialen Akzeptanz extrem unterschätzt. Der Alkoholforscher David Nutt sagt “Würde Alkohol heute erfunden werden, würde es sofort verboten werden”. Ich möchte Ihnen nicht den Spaß nehmen. Doch Fakt ist: Alkohol ist nicht gesund. Auch das berühmte Glas Rotwein für die Herzgesundheit wurde aufgrund der schlechten Nebenwirkung bereits von der Empfehlungsliste gestrichen.
  • Keine Zigaretten: Zigaretten sind nicht nur giftig und lebensgefährlich für die Lunge, sie enthalten auch ca. 5.000(!) Zusatzstoffe. Ungefähr 300 davon gelten als krebsbegünstigend. Noch Fragen?
  • Verzichten Sie auf unnatürliche Nahrung und auf konventionelle Anbauarten von Gemüse. Hier ist die Verunreinigung der Böden bereits zunehmend belastend. Auch Fisch (insbesondere Thunfisch) enthält oft bedenkliche Mengen an Schwermetallen.
  • Reduzieren Sie Plastik so weit wie möglich. Mikroplastik wurde bereits in den Zellen entdeckt und stellt ein großes Problem für die Gesundheit dar 

5. Die gesunden Beziehungen

Sie denken, gesunde Beziehungen zu anderen Menschen sind wichtig, machen aber nur einen kleinen Teil Ihrer Gesundheit aus? Dann halten Sie sich fest: Denn Einsamkeit hat für den Körper extrem schädliche Folgen. Und mit Einsamkeit ist nicht gemeint, dass man gerne einmal Zeit mit sich allein verbringt. 

Es umfasst das Gefühl, “wirklich einsam” zu sein, keinen richtigen Anschluss zu spüren und sich buchstäblich verlassen zu fühlen. 

Einige, wichtige Studien, welche den Zusammenhang zwischen körperlichen Problemen und Einsamkeit unmissverständlich aufzeigen, habe ich Ihnen hier herausgesucht:

a) Einsamkeit hat ähnliche Folgen wie ein ungesunder Lebensstil

Wir sprachen gerade ja schon über den Konsum von Nikotin und Alkohol. Eine Studie aus 2010 hat gezeigt, dass Einsamkeit Menschen genauso früh sterben lässt, wie Menschen, die regelmäßig Nikotin und Alkohol konsumieren. Harter Tabak und harter Tobak.

Und dazu sagt die Studie, dass sozial isolierten Menschen ein stärkeres Krankheits-Risiko-Profil aufweisen als übergewichtige Personen und Diabetiker.

b) Einsamkeit korreliert mit physisch spürbarem Schmerz

Im Gehirn kann man die Erregung der Areale messen, welche bei physischem Schmerz aktiv sind. Und genau das hat eine Studie aus 2003 festgestellt. Isolation spricht genau dieselben Areale an, die uns auch bei physischem Schmerz leiden lassen.

c) Soziale Isolation zermürbt unser Immunsystem

In einer chinesischen Studie wurden 10 Männer für 150 Tage von der Außenwelt isoliert. Das Ergebnis? Ein hoher Anstieg des Stresshormons Cortisol und die negative Entladung von Botenstoffen, die mit der Immunabwehr des Körpers in Zusammenhang stehen.

Das Besondere hier: Die Veränderung hielt sogar bis zu 150 Tagen nach Beendigung des Experiments an. 

Was können Sie also tun? 

Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, doch wenn Sie sich einsam fühlen, dann dürfen Sie dieses Thema schon allein aus gesundheitlichen Gründen angehen.

Hier einige Tipps:

  • Verbinden Sie sich mit Menschen mit ähnlichen Interessen, Werten und Meinungen. Sie müssen keine Zeit mit Menschen verbringen, weil sie es so gewohnt sind
  • Gehen Sie mit der Intention vor die Tür, sich mit Menschen zu verbinden und sich auf diese einzulassen, anstatt zu streiten oder das gegenteilige zu versuchen
  • Entscheiden Sie sich dazu, mehr Zeit mit anderen verbringen zu wollen, anstatt den einsamen Wolf oder die einsame Wölfin zu geben. Denn zugegeben: Das kann am Anfang etwas Überwindung kosten. Daher brauchen wir eine klare Absichtserklärung für uns selbst
  • Auch Gespräche mit einem Psychologen können hilfreich sein, um herauszufinden, weshalb Sie sich einsam fühlen und welche Maßnahmen für Sie hilfreich und umsetzbar sind

6. Das gesunde Immunsystem

Das Immunsystem ist unser Abwehrsystem gegenüber Viren und Bakterien. Funktioniert es nur unzureichend, haben diese Erreger ein leichteres Spiel.

Doch das führt natürlich zur Gretchenfrage überhaupt – was stärkt das Immunsystem? Die kurze Antwort: Sehr vieles. 

Denn wie Sie bereits wissen, besteht das Immunsystem aus verschiedensten Bausteinen. Dazu zählen die Schleimhäute, die bei Virusinfektionen bekannten B-Zellen und T-Helferzellen und die Killerzellen. 

Aber wie wir erfahren haben, zum Großteil auch aus den so wichtigen Darmbakterien. Und all diese Dinge interagieren wiederum mit anderen Faktoren, die wir hier schon teilweise besprochen haben. 

Daher hier noch einmal eine Übersicht, was Sie tun können, um Ihr Immunsystem zu stärken, damit Bakterien und Viren viel weniger Chancen haben, Sie zu belästigen:

  • Natürliche Ernährung und weitestgehend Verzicht auf Industrienahrung
  • Ausreichender und tiefer Schlaf hat laut Studien einen enormen, wenn nicht sogar den größten Einfluss, auf ein intaktes Immunsystem
  • Genügend Sonne und Vitamin D ist essentiell für unsere Abwehrzellen
  • Erinnern Sie sich an die Studie und den Zusammenhang zwischen “sozialen Beziehungen” und dem Immunsystem
  • Vermeiden Sie Umweltgifte und Genussmittel weitestgehend
  • Stress (insbesondere durch sorgenvolle Gedanken) belastet das Immunsystem deutlich. Was sie hier auch tun können: Entspannungsübungen, wie z. B. Meditation.

7. Die gesunde Umwelt

Jeder von uns lebt in einem eigenen Ökosystem. Dieses kann gesundheitlich stärken – oder schwächen. 

Zunächst soll erwähnt sein, dass die Sonne ebenfalls zu diesem Ökosystem dazu gehört. Vitamin D wird hauptsächlich durch die Sonne auf und durch unsere Haut gebildet. Dabei ist Vitamin D eigentlich gar kein Vitamin, sondern ein Hormon. Es ist bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen, bei der Entwicklung des Immunsystems und bei der Energie- und Calciumverwertung beteiligt und damit lebenswichtig.

Achten Sie darauf, sich nicht die Haut durch übermäßigen Sonnenkonsum zu verbrennen. Aber bitte achten Sie auch darauf, genügend Vitamin D aufzubauen. In den Monaten von Oktober bis April ist dies in Nord- und Mitteleuropa kaum möglich. Daher ist zusätzliches Vitamin D als Ergänzung hier mehr als zu empfehlen.

Zu einer gesunden Umwelt für Ihre Gesundheit gehört aber noch mehr. Hier das Wichtigste:

  • Verbinden Sie sich mit der Natur. Zum Beispiel sind die Terpene von Bäumen für ihre ungemein entspannenden und heilsamen Kräfte bereits sogar in Studien berüchtigt
  • Atmen Sie frische Luft und vermeiden Sie es dringend, verschmutze Luft einzuatmen
  • Trinken Sie sauberes, am besten gefiltertes Wasser
  • Leben Sie in einer (Wohn-)Umgebung, die Ihnen Kraft gibt

Fazit: Unsere Gene selbst in die Hand nehmen

Ich hatte anfangs darüber gesprochen, dass Gene wohl nicht diesen großen Einfluss auf unsere Gesundheit haben, wie wir alle denken. Verstehen Sie mich bitte richtig: Unsere Gene machen natürlich etwas aus. Es gibt dazu den etwas witzig gemeinten Spruch “Am wichtigsten für die Gesundheit ist es, sich auszusuchen, wer unsere Eltern sind”.

Und ja, an dieser Tatsache ist etwas dran. Unsere Gene können wir uns eben nicht aussuchen und sie bestimmen im gewissen Umfang unsere Gesundheit.

Doch jetzt kommt die beruhigende Nachricht: In den letzten Jahren hat ein Feld der Wissenschaft immer mehr für Aufsehen gesorgt: die Epigenetik. 

Die Epigenetik sagt nicht nur, dass Gene unsere Gesundheit und unser Leben bestimmen. Sondern auch, dass unser Leben, also die Art und Kunst wie wir unser Leben führen, Einfluss auf unsere Gene hat. Und womöglich ist diese Stoßrichtung sogar noch größer als die reine Abhängigkeit von unseren gottgegebenen Genen.

Doch vor allem: Außer dieser Richtung können wir selbst etwas tun. Wir haben das Gesundheitsheft des Handelns selbst in der Hand. Was genau in diesem Heft steht und was Sie konkret tun können – das haben Sie in den vergangenen Zeilen erfahren.

Meine Einladung: Auch wenn es abgedroschen klingt. Nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand. Es ist nicht nur notwendig. Es ist auch möglich. Ich wünsche Ihnen dabei nur das Beste und wie es der berühmte Star-Trek-Vulkanier Mr. Spock zu sagen pflegte: “Lebe lang und in Frieden”.

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